Workflow-Management-Systeme im Mittelstand

Workflow-Management-Systeme im Mittelstand: Auswahl, Einführung und Betrieb

Workflow-Management-Systeme im Mittelstand übernehmen eine Aufgabe, die in vielen Betrieben bis heute von E-Mail, Zetteln und Zuruf erledigt wird: Sie steuern, wer wann welchen Vorgang bearbeitet, welche Entscheidung fällig ist und was passiert, wenn eine Frist verstreicht. Anträge, Freigaben, Änderungswünsche und Prüfungen wandern nicht mehr von Postfach zu Postfach, sondern laufen entlang eines definierten Ablaufs, der Zuständigkeiten, Fristen und Nachweise abbildet.

Der Nutzen zeigt sich weniger in einzelnen Schritten als in den Wartezeiten dazwischen. In vielen Verwaltungs- und Planungsprozessen entfällt ein Großteil der Durchlaufzeit nicht auf die Bearbeitung, sondern auf Liegezeiten: Der Vorgang wartet auf eine Rückmeldung, ein fehlendes Dokument oder jemanden, der nicht weiß, dass er zuständig ist. Ein Workflow-System macht diese Wartezeiten sichtbar und verkürzt sie durch klare Zuweisung und automatische Erinnerungen.

Dieser Beitrag erläutert, was Workflow-Management-Systeme leisten, welche Systemtypen es gibt, nach welchen Kriterien sich die Auswahl treffen lässt und wie eine Einführung in Phasen gelingt. Ein Praxisbeispiel, Kennzahlen und eine Checkliste unterstützen die Umsetzung im Betrieb.

Titelbild: Foto von Kelly Sikkema auf Unsplash.

Was Workflow-Management-Systeme im Mittelstand leisten und was nicht

Ein Workflow-Management-System bildet strukturierte Abläufe digital ab und führt sie aus. Es verwaltet Vorgänge als Instanzen, weist sie Rollen oder Personen zu, überwacht Fristen und protokolliert jeden Schritt. Der Ablauf wird als Modell hinterlegt, häufig in der Notation BPMN, die als Standard der Object Management Group unter omg.org beschrieben ist.

Wichtig ist die Abgrenzung zu verwandten Werkzeugen. Ein Ticketsystem verwaltet Einzelanfragen, ohne einen mehrstufigen Ablauf mit Verzweigungen zu erzwingen. Robotic Process Automation führt Bedienschritte an Oberflächen automatisiert aus, steuert aber nicht die Zusammenarbeit von Menschen. Ein ERP-System enthält oft eigene Freigabefunktionen, die jedoch auf dessen Datenobjekte beschränkt sind. Ein Workflow-System verbindet diese Ebenen und dient als Steuerung für Abläufe, die mehrere Personen, Systeme und Dokumente berühren.

Typische Einsatzfelder

  • Genehmigungsprozesse wie Beschaffungsanträge, Investitionsfreigaben, Reisekosten und Urlaubsanträge.
  • Technische Änderungsprozesse, beispielsweise Änderungsanforderungen an Produkten, Zeichnungen und Stücklisten.
  • Onboarding und Offboarding von Beschäftigten mit Aufgaben für Personal, IT und Fachbereich.
  • Lieferantenfreigabe, Vertragsprüfung und Dokumentenlenkung im Qualitätsmanagement.
  • Kundenspezifische Auftragsklärung zwischen Vertrieb, Technik und Arbeitsvorbereitung.

Funktionsumfang: Worauf es ankommt

Die Produktlandschaft ist breit, die Kernfunktionen sind jedoch ähnlich. Für die Bewertung lohnt es sich, Funktionen nach Muss- und Kann-Kriterien zu trennen, damit nicht der Funktionsumfang, sondern der Prozessbedarf die Auswahl bestimmt.

FunktionNutzen im BetriebPriorität im Mittelstand
Grafische ProzessmodellierungAbläufe nachvollziehbar abbilden und ohne Programmierung anpassenhoch
Formulare und EingabemaskenStrukturierte Datenerfassung statt Freitext in E-Mailshoch
Rollen und BerechtigungenZuweisung nach Funktion statt nach Person, Vertretungsregelnhoch
Fristen, Erinnerungen, EskalationVermeidung von Liegezeiten und vergessenen Vorgängenhoch
Regelwerk und BedingungenVerzweigungen nach Betrag, Abteilung oder Risikostufehoch
Schnittstellen zu ERP, DMS, E-MailDaten nicht doppelt erfassen, Dokumente verknüpfenhoch
Revisionssichere ProtokollierungNachvollziehbarkeit von Entscheidungen und Änderungenmittel bis hoch
Auswertungen und DashboardsDurchlaufzeiten, Engpässe und Auslastung sichtbar machenmittel
Mobile NutzungFreigaben unterwegs, vor allem für Führungskräfte und Außendienstmittel
Versionierung der ProzessmodelleÄnderungen kontrolliert ausrollen und zurückverfolgenmittel

Systemtypen im Vergleich

Nicht jede Lösung passt zu jedem Betrieb. Die Entscheidung hängt von der vorhandenen Systemlandschaft, der Zahl und Komplexität der Prozesse und den internen Kompetenzen ab. Vier Grundtypen haben sich im Mittelstand etabliert.

SystemtypStärkenGrenzenGeeignet für
Workflow-Funktionen im ERPEnge Datenanbindung, einheitliche BenutzerverwaltungMeist auf ERP-Objekte beschränkt, wenig flexibelFreigaben im Einkauf und Rechnungswesen
Workflow in DokumentenmanagementVerknüpfung mit Akte und Archiv, revisionssichere AblageFokus auf Dokumente, begrenzte FachlogikDokumentenlenkung, Vertragsprüfung
Eigenständige Workflow-SuiteMächtige Modellierung, viele SchnittstellenHöherer Einführungsaufwand, LizenzkostenProzessübergreifende Abläufe in mehreren Bereichen
Low-Code- oder Cloud-Workflow-PlattformSchnelle Umsetzung, geringe EinstiegskostenGovernance und Datenhaltung müssen geklärt werdenFachbereichsprozesse, Pilotprojekte

Viele Betriebe starten mit den Workflow-Funktionen vorhandener Systeme und ergänzen bei wachsendem Bedarf eine eigenständige Lösung. Wichtig ist, frühzeitig zu entscheiden, welches System bei prozessübergreifenden Abläufen die Steuerung übernimmt, damit keine konkurrierenden Insellösungen entstehen.

Auswahlkriterien: Eine strukturierte Bewertung

Eine Auswahl nach Demo-Eindruck führt oft zu Fehlentscheidungen. Besser ist ein Kriterienkatalog, der aus den eigenen Prozessen abgeleitet wird und gewichtet bewertet wird. Eine Nutzwertanalyse mit nachvollziehbaren Gewichten hilft, Entscheidungen zu dokumentieren und gegenüber der Geschäftsführung zu begründen.

  1. Prozessbedarf klären: Zehn bis zwanzig Prozesse sammeln, nach Häufigkeit, Durchlaufzeit und Schmerzpunkten bewerten und drei bis fünf Pilotkandidaten festlegen.
  2. Anforderungen festlegen: Muss-Kriterien (zum Beispiel Rollenmodell, Schnittstelle zum ERP, Protokollierung) und Kann-Kriterien trennen.
  3. Integration prüfen: Vorhandene Schnittstellen, Standardkonnektoren und Aufwand für Anbindungen realistisch einschätzen.
  4. Bedienung testen: Mit echten Anwendern ein typisches Szenario durchspielen, nicht nur die Anbieterdemo ansehen.
  5. Betrieb und Sicherheit bewerten: Hosting, Datenstandort, Auftragsverarbeitung nach DSGVO, Rechtekonzept, Support und Update-Rhythmus prüfen.
  6. Gesamtkosten rechnen: Lizenzen, Einführung, Schnittstellen, Schulung, Betrieb und interne Aufwände über drei bis fünf Jahre betrachten.
  7. Referenzen einholen: Gespräche mit vergleichbaren Anwendern führen, besonders zu Aufwand für Änderungen am Prozessmodell.

Einführung in Phasen

Der häufigste Fehler bei der Einführung ist ein zu großer Zuschnitt. Statt alle Prozesse parallel umzustellen, hat sich ein phasenweises Vorgehen mit einem überschaubaren Pilotprozess bewährt.

Phase 1: Pilotprozess auswählen und Ist-Zustand erfassen

Ein geeigneter Pilot ist häufig, betrifft mehrere Beteiligte, hat klare Regeln und verursacht erkennbare Wartezeiten. Der Ist-Ablauf wird gemeinsam mit den Beteiligten aufgenommen, einschließlich der Umwege, die im Alltag entstanden sind. Wichtig sind Messwerte: wie viele Vorgänge pro Monat, wie lange vom Eingang bis zur Entscheidung, wie viele Rückfragen.

Phase 2: Soll-Prozess gestalten

Vor der Konfiguration wird der Ablauf vereinfacht. Ein schlechter Prozess wird durch Digitalisierung nicht besser, sondern nur schneller schlecht. Überflüssige Freigabestufen, Mehrfacherfassungen und unklare Zuständigkeiten werden entfernt. Das Ergebnis ist ein Modell mit klaren Rollen, Entscheidungsregeln, Fristen und Eskalationen.

Phase 3: Konfigurieren, testen, schulen

Die Umsetzung erfolgt zunächst in einer Testumgebung mit realen Beispielvorgängen. Anwender aus den Fachbereichen prüfen Formulare, Zuweisungen und Benachrichtigungen. Fehler im Modell und fehlende Fälle werden ergänzt, bevor der Prozess in Betrieb geht. Kurze Schulungen, die sich an konkreten Aufgaben orientieren, sind wirksamer als allgemeine Systemtrainings.

Phase 4: Produktivbetrieb und Stabilisierung

Beim Start des Piloten sollte ein Ansprechpartner für Rückfragen erreichbar sein. In den ersten Wochen werden Auswertungen engmaschig geprüft: Wo bleiben Vorgänge liegen, welche Regeln führen zu Rückfragen, welche Rolle ist überlastet. Anpassungen erfolgen zeitnah, damit Vertrauen entsteht.

Phase 5: Rollout auf weitere Prozesse

Nach erfolgreichem Pilot werden weitere Prozesse in Wellen eingeführt. Bewährt haben sich Vorlagen für Formulare, Rollen und Eskalationsregeln, die in mehreren Prozessen wiederverwendet werden. So sinkt der Aufwand je Prozess, und das Erscheinungsbild bleibt einheitlich.

Ein Workflow-System ersetzt keine klare Verantwortung. Es macht sichtbar, wo sie fehlt.

Praxisbeispiel: Technische Änderungsanforderung in einem Maschinenbaubetrieb

Das folgende Beispiel ist fiktiv und dient der Veranschaulichung. Ein Maschinenbauer mit rund 200 Beschäftigten bearbeitet Änderungswünsche an Konstruktionen per E-Mail. Entwicklung, Arbeitsvorbereitung, Einkauf und Qualitätssicherung erhalten Anhänge in unterschiedlichen Versionen, Rückmeldungen gehen verloren, und niemand kann nachvollziehen, wer einer Änderung wann zugestimmt hat.

Der Betrieb nimmt den Ablauf als Pilot in ein Workflow-System auf. Eine Änderungsanforderung wird über ein Formular angelegt, enthält betroffene Baugruppen, Begründung und Dringlichkeit und wird je nach Auswirkung auf Kosten und Lieferzeit unterschiedlich geroutet. Kleine Änderungen werden von der Entwicklung allein freigegeben, größere durchlaufen Einkauf, Fertigung und Qualitätssicherung parallel. Fristen und Erinnerungen verhindern, dass Vorgänge liegenbleiben.

Zur Messung werden Durchlaufzeit, Anzahl der Rückfragen und Anteil der Vorgänge mit Eskalation erfasst. In diesem fiktiven Beispiel sinkt die mittlere Durchlaufzeit von zwölf auf sieben Arbeitstage, wobei der größte Teil der Einsparung aus verkürzten Liegezeiten stammt. Zugleich entsteht ein Nachweis für Audits, da Freigaben mit Zeitstempel und Person dokumentiert sind.

Governance: Verantwortung, Berechtigungen und Änderungen

Nach der Einführung entscheidet die Governance über den dauerhaften Erfolg. Für jeden Prozess sollte ein Prozesseigner benannt sein, der Verantwortung für Ablauf, Kennzahlen und Änderungen trägt. Änderungen am Prozessmodell werden dokumentiert, getestet und freigegeben, bevor sie produktiv gehen. Ein Berechtigungskonzept regelt, wer Modelle ändern darf, wer Auswertungen sieht und wie Vertretungen funktionieren.

Datenschutz und Nachvollziehbarkeit sind von Beginn an mitzudenken. Personenbezogene Daten in Formularen und Protokollen unterliegen den Vorgaben der DSGVO, insbesondere zu Zweckbindung, Speicherdauer und Zugriffsrechten. Für buchhaltungsrelevante Abläufe sind zusätzlich die Anforderungen an Aufbewahrung und Unveränderbarkeit zu beachten. Diese Fragen sollten mit der Datenschutzbeauftragten und der Finanzabteilung geklärt werden, bevor der erste Prozess startet.

Wirtschaftlichkeit: Kosten und Nutzen realistisch rechnen

Die Investition in ein Workflow-System besteht aus Lizenz- oder Abonnementkosten, Einführungsleistungen, Schnittstellen, Schulung und dem internen Aufwand für Prozessaufnahme und Pflege. Der interne Anteil wird regelmäßig unterschätzt, obwohl er bei kleineren Projekten den größten Posten bildet. Eine belastbare Kalkulation betrachtet deshalb Gesamtkosten über mehrere Jahre.

Auf der Nutzenseite stehen eingesparte Bearbeitungs- und Suchzeiten, verkürzte Durchlaufzeiten, weniger Fehler und Nacharbeiten sowie bessere Nachweisbarkeit bei Audits. Ein vereinfachtes Beispiel mit Annahmewerten: Werden in einem Prozess monatlich 300 Vorgänge bearbeitet und spart die Steuerung pro Vorgang zehn Minuten Such- und Abstimmungsaufwand, entspricht das 50 Stunden pro Monat. Bei einem kalkulatorischen Stundensatz von 50 Euro sind das 2.500 Euro monatlich oder 30.000 Euro jährlich. Dem stehen die laufenden Kosten und der Einführungsaufwand gegenüber. Zusätzliche Effekte wie kürzere Lieferzeiten oder höhere Kundenzufriedenheit sind schwerer zu beziffern und sollten getrennt ausgewiesen werden.

Akzeptanz und Veränderung im Alltag

Ein Workflow-System verändert Gewohnheiten. Wer bisher per E-Mail oder Zuruf Entscheidungen einholte, muss nun einen Vorgang anlegen und Zuständigkeiten akzeptieren. Widerstände entstehen vor allem dann, wenn das System zusätzliche Arbeit erzeugt, ohne erkennbaren Nutzen zu stiften. Deshalb sollte jede Einführung mit einem Vorteil für die Anwender beginnen: weniger Rückfragen, schneller Überblick über offene Aufgaben, automatische Erinnerungen statt manueller Nachverfolgung.

Führungskräfte haben eine Vorbildfunktion. Wenn Freigaben weiterhin außerhalb des Systems erteilt werden, entsteht ein Parallelweg, der den Nutzen untergräbt. Eine klare Regel hilft: Was nicht im System steht, gilt nicht als freigegeben. Gleichzeitig braucht es Vertretungsregeln für Urlaub und Krankheit, damit Vorgänge nicht blockieren.

Verfügbarkeit und Notfallverfahren

Wenn zentrale Abläufe vom System abhängen, muss auch der Ausfall bedacht werden. Ein einfaches Notfallverfahren legt fest, wie dringende Vorgänge bei Störungen bearbeitet und anschließend nachgetragen werden. Regelmäßige Datensicherungen, Wiederherstellungstests und klare Zuständigkeiten für den Betrieb gehören zur Grundausstattung. Bei Cloud-Angeboten sollten Verfügbarkeitszusagen und Exportmöglichkeiten der Daten vertraglich geklärt sein.

Kennzahlen zur Erfolgsmessung

KennzahlAussageHinweis
Durchlaufzeit je VorgangZeit vom Eingang bis zum AbschlussMit Zeit vor Einführung vergleichen
LiegezeitanteilAnteil der Wartezeit an der DurchlaufzeitZeigt Engpässe und Überlastung
EskalationsquoteAnteil der Vorgänge mit FristüberschreitungHinweis auf Regeln oder Kapazität
RückfragequoteAnteil der Vorgänge mit RückfragenZeigt Qualität der Formulare
NutzungsgradAnteil der Vorgänge, die im System laufenZeigt Akzeptanz und Umgehungen

Typische Fehler bei Auswahl und Einführung

  • Technik vor Prozess: Ein System wird gekauft, bevor klar ist, welche Abläufe es steuern soll.
  • Zu großer Startumfang: Viele Prozesse parallel überfordern Fachbereiche und Projektteam.
  • Abbild des schlechten Ist-Zustands: Komplizierte Abläufe werden eins zu eins digitalisiert, statt sie zu vereinfachen.
  • Fehlende Prozesseigner: Ohne Verantwortung veralten Modelle, und Umgehungen entstehen.
  • Schwache Einbindung der Anwender: Wer erst beim Rollout informiert wird, nutzt Parallelkanäle weiter.
  • Unterschätzte Schnittstellen: Der Aufwand für die Anbindung an ERP und Dokumentenmanagement wird zu optimistisch geplant.

Checkliste vor der Entscheidung

  • Pilotprozess mit messbarem Nutzen ausgewählt
  • Ist-Prozess erfasst und Kennzahlen vor Start erhoben
  • Soll-Prozess vereinfacht und mit Fachbereichen abgestimmt
  • Kriterienkatalog mit Gewichtung erstellt
  • Schnittstellen und Datenschutz mit IT und Datenschutz geklärt
  • Gesamtkosten über mehrere Jahre kalkuliert
  • Prozesseigner und Änderungsprozess festgelegt

Wer Workflow-Management-Systeme im Mittelstand schrittweise einführt, erzielt in der Regel schnell sichtbare Ergebnisse bei Durchlaufzeit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Entscheidend sind ein klar abgegrenzter Pilot, ein vereinfachter Soll-Prozess und eine Governance, die den Betrieb über die Einführung hinaus trägt.

FAQ

Wann lohnt sich ein Workflow-Management-System?
Wenn Abläufe häufig vorkommen, mehrere Personen oder Abteilungen beteiligt sind und Wartezeiten, Rückfragen oder fehlende Nachweise spürbar stören. Bei seltenen, rein individuellen Vorgängen reichen einfachere Mittel oft aus.

Was unterscheidet ein Workflow-System von einem Ticketsystem?
Ein Ticketsystem verwaltet Einzelanfragen. Ein Workflow-System steuert mehrstufige Abläufe mit Rollen, Verzweigungen, Fristen und Protokollierung über mehrere Beteiligte hinweg.

Brauchen wir für die Prozessmodellierung BPMN-Kenntnisse?
Grundkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend. Viele Systeme bieten grafische Editoren, die auch Fachbereiche nutzen können. Für komplexe Abläufe empfiehlt sich ein Verantwortlicher mit Modellierungserfahrung.

Wie lange dauert die Einführung eines ersten Prozesses?
Bei einem klar abgegrenzten Pilotprozess mit vorhandener Plattform wenige Wochen bis wenige Monate. Der Zeitbedarf hängt von Prozesskomplexität, Schnittstellen, Schulung und der Verfügbarkeit der Fachbereiche ab.

Wie lässt sich die Akzeptanz bei den Beschäftigten sichern?
Durch frühe Einbindung in die Prozessgestaltung, einfache Formulare, aufgabenbezogene Schulung und eine erreichbare Ansprechperson in der Startphase. Wichtig ist, dass der neue Ablauf spürbar einfacher ist als der alte.

Welche Datenschutzaspekte sind zu beachten?
Personenbezogene Daten in Formularen und Protokollen unterliegen der DSGVO. Zu klären sind Zweck, Rechtsgrundlage, Zugriffsrechte, Speicherdauer sowie der Vertrag zur Auftragsverarbeitung bei Cloud-Lösungen.