Das Unternehmen wollte produktiver werden und tat das, was viele tun. Es führte Kennzahlen ein. Viele Kennzahlen. Dashboards, Reports und Auswertungen sollten Transparenz schaffen. Das Gegenteil trat ein.
Die kurze Antwort vorweg
Produktivität wurde erst messbar, als sich das Unternehmen auf wenige, verständliche Kennzahlen konzentrierte. Zu viele Zahlen führten zu Verwirrung statt Steuerung.
Wenn Zahlen den Blick verstellen
Zu Beginn gab es gute Absichten. Produktivität sollte sichtbar gemacht und gezielt gesteuert werden. Jede Abteilung definierte eigene KPIs. Zeiten, Mengen, Quoten, Auslastungen.
Schon nach kurzer Zeit blickte niemand mehr durch. Zahlen widersprachen sich, Diskussionen drehten sich um Definitionen statt um Ursachen.
Produktivität blieb ein abstrakter Begriff.
Kennzahlen ohne Wirkung
Ein zentrales Problem war die fehlende Verbindung zur Praxis. Mitarbeiter sahen Zahlen, wussten aber nicht, was sie konkret beeinflussen sollten.
Führungskräfte diskutierten Abweichungen, ohne klare Maßnahmen abzuleiten. Reports wurden erstellt, gelesen und abgelegt.
Kennzahlen existierten, steuerten aber nichts.
Der Wendepunkt durch radikale Vereinfachung
Die Veränderung begann mit einer unbequemen Frage. Welche Kennzahlen helfen wirklich bei Entscheidungen.
Statt weitere KPIs hinzuzufügen, wurden bestehende gestrichen. Am Ende blieben nur wenige Kennzahlen übrig.
Diese wenigen Zahlen hatten eines gemeinsam. Sie waren verständlich, beeinflussbar und direkt mit dem Tagesgeschäft verbunden.
Fokus auf Durchlaufzeiten und Reibung
Ein zentraler Fokus lag auf Durchlaufzeiten. Wie lange dauert ein Auftrag vom Start bis zum Abschluss.
Zusätzlich wurde gemessen, wie oft Rückfragen, Nacharbeiten oder Verzögerungen auftraten. Diese Werte zeigten Reibung im Prozess.
Produktivität wurde greifbar, weil Hindernisse sichtbar wurden.
Kennzahlen als Gesprächsgrundlage
Die verbliebenen Kennzahlen dienten nicht zur Kontrolle, sondern als Grundlage für Gespräche.
Wo entstehen Verzögerungen. Warum dauern bestimmte Schritte länger. Was blockiert den Ablauf.
Mitarbeiter wurden in diese Gespräche einbezogen. Sie kannten die Ursachen oft am besten.
Produktivität wurde gemeinsam gestaltet.
Weniger Zahlen, mehr Verantwortung
Mit weniger Kennzahlen änderte sich auch das Verhalten. Mitarbeiter wussten, worauf es ankommt.
Führungskräfte konnten gezielter unterstützen, statt Zahlen zu verwalten. Entscheidungen wurden schneller, weil die Fakten klar waren.
Messbarkeit schuf Verantwortung.
Kennzahlen regelmäßig überprüfen
Ein weiterer wichtiger Schritt war die regelmäßige Überprüfung der Kennzahlen selbst. Was heute sinnvoll ist, kann morgen überholt sein.
Kennzahlen wurden nicht als fix betrachtet, sondern als Werkzeug. Wenn sie keinen Mehrwert mehr lieferten, wurden sie angepasst oder ersetzt.
So blieb die Messung relevant.
Produktivität wird steuerbar
Nach der Umstellung veränderte sich das Unternehmen spürbar. Diskussionen wurden sachlicher, Maßnahmen gezielter.
Produktivität war kein Bauchgefühl mehr, sondern eine steuerbare Größe. Nicht durch Zahlenflut, sondern durch Klarheit.
Weniger Kennzahlen führten zu mehr Wirkung.
Fazit: Messbarkeit braucht Fokus
Produktivität lässt sich messen, aber nur, wenn die Messung sinnvoll ist.
Unternehmen, die sich auf wenige, relevante Kennzahlen konzentrieren, schaffen Transparenz und Steuerbarkeit. Zu viele Zahlen lähmen, klare Kennzahlen bewegen.
Nicht die Menge der Daten entscheidet, sondern ihre Aussagekraft.




