LED-Umrüstung Amortisationszeit: David Damies über Licht als Effizienzhebel

LED-Umrüstung Amortisationszeit: David Damies über Licht als Effizienzhebel

Die LED-Umrüstung Amortisationszeit ist für viele Mittelständler der entscheidende Kennwert, an dem eine Investitionsentscheidung hängt, und genau hier zeigt sich nach Erfahrung von David Damies, Vertriebsleiter bei der Saxonia Solutions GmbH, ein hartnäckiges Missverständnis. Sein Unternehmen hat nach eigenen Angaben mehr als 800 Betriebe bei der Beleuchtungsmodernisierung begleitet, von Handelsketten über Industriebetriebe bis zu Pflegeheimen. In dieser Zeit hat sich für Damies eine wiederkehrende Beobachtung herauskristallisiert: Beleuchtung wird in vielen Unternehmen als reines Kostenthema behandelt, das sich verschieben lässt, statt als Effizienzhebel, dessen Wirkung sich exakt berechnen lässt. Im ausführlichen Interview erklärt er, warum diese verbreitete Fehleinschätzung am Ende teuer wird, wie ein Modernisierungsprojekt konkret abläuft, welche Rolle Förderprogramme spielen und wo Unternehmen bei der Notbeleuchtung unwissentlich Sicherheitslücken haben. Der Beitrag ordnet seine Antworten ein und zeigt, welche Schlüsse sich daraus für Investitionsentscheidungen im Mittelstand ziehen lassen. Für Entscheider, die selbst kein tiefes technisches Vorwissen zu Lichtplanung mitbringen, liefert das Gespräch damit eine kompakte Orientierung entlang der Fragen, die in der Praxis tatsächlich über den wirtschaftlichen Erfolg eines Modernisierungsprojekts entscheiden.

Beleuchtung als Effizienzhebel statt reines Kostenthema

Der grösste Denkfehler liegt laut Damies im Verschieben aus Budgetgründen. Viele Entscheider sähen auf einem Angebot zunächst nur die Investitionssumme und würden die Umrüstung auf das nächste Jahr vertagen. Übersehen werde dabei, dass das Aufschieben in Wahrheit die teuerste Option sei: Wer eine Modernisierung hinauszögert, zahlt die entsprechende Summe ohnehin, allerdings nicht für eine moderne Anlage, sondern Monat für Monat in Form einer überhöhten Stromrechnung an den Energieversorger.

Ein zweiter, aus seiner Sicht ebenso verbreiteter Denkfehler, den er in Projekten quer durch alle Branchen beobachtet, ist die Annahme, Licht sei gleich Licht. Minderwertige Beleuchtung senke die Produktivität, erhöhe die Fehlerquote in der Produktion und ermüde die Belegschaft, während moderne LED-Systeme die Konzentration nachweislich steigern und damit einen direkten Hebel für die Wertschöpfung eines Betriebs darstellen.

Vom Erstcheck bis zur Umsetzung: Ablauf eines Modernisierungsprojekts

Saxonia Licht setzt nach Damies‘ Beschreibung auf ein schlüsselfertiges Full-Service-Konzept, das den Aufwand für die Kunden gering halten soll. Am Anfang steht eine präzise Bestandsaufnahme der vorhandenen Anlage: Leuchtenanzahl, Wattagen, Vorschaltgeräte, Not-, Sicherheits- und Rettungswegleuchten, Zustand der elektrischen Anlage, Brennstunden und der aktuelle Strompreis werden erfasst. Darauf aufbauend plant das Unternehmen die neue Anlage nach DIN-Vorgaben in 3D für die jeweilige Sehaufgabe und erstellt eine transparente Amortisationsrechnung, bevor überhaupt montiert wird.

Die eigentliche Montage erfolgt deutschlandweit, häufig im laufenden Betrieb, nachts oder am Wochenende, damit die Produktion nicht unterbrochen werden muss. Die Gesamtdauer eines Projekts hängt laut Damies stark vom Planungsumfang, den Lieferzeiten der Leuchten und der Komplexität des jeweiligen Angebots ab und lässt sich deshalb nicht pauschal beziffern.

LED-Umrüstung Amortisationszeit: Was sich in der Praxis rechnet

Nach Damies‘ Erfahrung erzeugen die tatsächlich beobachteten Amortisationszeiten bei vielen Entscheidern zunächst Erstaunen, weil sie deutlich kürzer ausfallen als vermutet. Die konkrete Dauer hängt massgeblich von der Betriebsform ab, insbesondere davon, wie viele Stunden am Tag eine Anlage tatsächlich läuft.

BetriebsformTypische AmortisationszeitBemerkung
Einschichtbetrieb1,5 bis 2 JahreKlassischer Bürobetrieb oder kleinerer Gewerbebetrieb
Pflegeheime2 bis 3 JahreLange Betriebszeiten bei gleichzeitig hohen Anforderungen an Lichtqualität
2- bis 3-Schichtbetriebunter 12 MonateTeilweise 8,5 Monate bei einem aktuellen Kunden im Handel

Unterstützt werden diese Projekte häufig durch staatliche Förderungen, etwa über die BAFA, die nach Damies‘ Angaben oft 15 bis 20 Prozent der Investitionskosten abfedern. In einzelnen Programmen sind deutlich höhere Fördersätze möglich: Aktuell existiert in Sachsen-Anhalt eine Förderung von bis zu 90 Prozent für Schulen, Turnhallen und weitere öffentliche Gebäude wie Bibliotheken, Verwaltungen oder Schwimmhallen.

„Jeder Monat des Wartens ist kein aufgeschobenes Projekt, sondern die bewusste Entscheidung, bares Geld zu verbrennen.“David Damies, Vertriebsleiter Saxonia Solutions GmbH

Sicherheitslücken bei Notbeleuchtung: Ein unterschätztes Haftungsrisiko

Neben der reinen Kostenersparnis rückt Damies im Gespräch ausdrücklich die Sicherheit in den Vordergrund, konkret Rettungswegleuchten und Notbeleuchtung nach DIN- und ASR-Vorgaben. Bei Erstbegehungen stellt sein Team nach seiner Einschätzung in rund 70 bis 80 Prozent der Fälle grobe Lücken fest, ohne dass den Verantwortlichen dies bewusst gewesen wäre. Das Problem sei selten böser Wille, sondern meist Unwissenheit oder fehlendes Budget: Viele Notleuchten hingen seit Jahren ungeprüft an der Wand, Akkus seien tiefenentladen, oder Fluchtwege hätten sich im Zuge von Umbauten verändert, ohne dass die Beschilderung angepasst wurde.

Aus seiner Sicht unterschätzen viele Unternehmer das damit verbundene Risiko: Versagt die Notbeleuchtung im Ernstfall, etwa bei einem Stromausfall oder Brand, und kommen dabei Personen zu Schaden, kann die persönliche Haftung der Geschäftsführung greifen. Ein LED-Projekt sei deshalb aus seiner Sicht immer auch ein Beitrag zur Risikominimierung für die Unternehmensleitung, nicht nur eine energetische Massnahme.

Warum Unternehmen trotz klarer Zahlen zögern

Auf die Frage, was Unternehmen am meisten davon abhält, eine Umrüstung anzugehen, obwohl sich die Zahlen eindeutig rechnen, verweist Damies auf die Trägheit des Alltags und auf Priorisierung. Im Mittelstand gebe es täglich dringendere Themen wie Lieferkettenprobleme, Fachkräftemangel oder akute Kundenaufträge, die die Aufmerksamkeit der Entscheider binden. Beleuchtung laufe nebenbei mit, solange es hell sei, und werde deshalb selten aktiv priorisiert.

Nach seiner Erfahrung bleiben Angebote trotz einer Amortisation von wenigen Monaten teilweise ein halbes Jahr oder länger unbearbeitet liegen. Es fehle in diesen Fällen selten am Budget, sondern schlicht an der Zeit der Entscheider, sich kurz mit dem Thema zu befassen, wobei genau dieses Zögern faktisch bares Geld koste.

Für Führungskräfte, die ein solches Projekt intern voranbringen wollen, empfiehlt sich nach Damies‘ Erfahrung eine klare Terminierung der Entscheidung, etwa durch eine feste Frist für die Angebotsprüfung im nächsten Führungsmeeting, statt das Thema unbegrenzt offen zu lassen. Bereits eine kurze, bewusst eingeplante Entscheidungsrunde reicht häufig aus, um ein Projekt aus der Warteschleife zu holen, ohne dass zusätzlicher Prüfungsaufwand entsteht, da die eigentliche Wirtschaftlichkeitsrechnung durch den Anbieter meist bereits vorliegt.

Bestandsaufnahme: Warum die Datenqualität über den Projekterfolg entscheidet

Ein Aspekt, der bei der Bewertung von Beleuchtungsprojekten häufig unterschätzt wird, ist die Qualität der Ausgangsdaten. Eine belastbare Amortisationsrechnung setzt voraus, dass die tatsächlichen Brennstunden, der reale Strompreis und der Zustand der bestehenden Anlage korrekt erfasst werden, statt mit pauschalen Annahmen zu arbeiten. Wird beispielsweise die tägliche Betriebsdauer zu niedrig angesetzt, erscheint eine Umrüstung auf dem Papier weniger attraktiv, als sie in der Praxis tatsächlich ist, was aus Sicht von Damies mit ein Grund dafür ist, warum manche Unternehmen ein wirtschaftlich sinnvolles Projekt fälschlich als nicht lohnend einstufen.

Ebenso wichtig ist die Erfassung von Nebenkosten der bestehenden Anlage, etwa durch den Mehrverbrauch alter Vorschaltgeräte oder durch erhöhten Wartungsaufwand bei häufig ausfallenden Leuchtstoffröhren. Werden diese Faktoren in die Rechnung einbezogen, verkürzt sich die rechnerische Amortisationszeit häufig zusätzlich, da nicht nur der reine Energieverbrauch, sondern auch der Instandhaltungsaufwand der Altanlage in den Vergleich einfliesst.

Planung nach DIN-Normen statt pauschaler Leuchtenauswahl

Ein weiterer Unterschied zwischen einer soliden Modernisierung und einem reinen Leuchtentausch liegt in der Planungstiefe. Nach Damies‘ Darstellung wird jede neue Anlage individuell für die jeweilige Sehaufgabe in 3D geplant und an die einschlägigen DIN-Vorgaben angepasst, statt bestehende Leuchten schematisch eins zu eins durch LED-Modelle zu ersetzen. Diese Vorgehensweise berücksichtigt Faktoren wie Beleuchtungsstärke, Blendung und Farbwiedergabe, die für unterschiedliche Arbeitsbereiche, etwa Lagerhallen, Verkaufsflächen oder Pflegezimmer, jeweils andere Anforderungen stellen.

Für Unternehmen bedeutet das in der Praxis, dass ein reiner Preisvergleich zwischen Anbietern wenig aussagekräftig ist, wenn nicht zugleich die zugrunde liegende Planungsqualität berücksichtigt wird. Ein günstigeres Angebot, das die normgerechte Auslegung vernachlässigt, kann im Nachgang zusätzliche Kosten verursachen, etwa wenn eine Anlage nachträglich angepasst werden muss, um geltende Vorgaben zu erfüllen.

Ungenutztes Potenzial: Sensorik und intelligente Steuerung

Das grösste ungenutzte Potenzial sieht Damies in der Kombination aus LED-Technik und intelligenter Sensorik. Viele Betriebe, die bereits auf LED umgerüstet haben, betreiben nach seiner Beobachtung weiterhin starre Systeme ohne Steuerung. Durch tageslichtabhängige Regelung und Präsenzmelder in Lagerhallen, Gängen oder Hochregalen liessen sich die ohnehin schon niedrigeren LED-Verbräuche noch einmal um 30 bis 50 Prozent senken.

Zudem werde der Image-Faktor häufig unterschätzt: Eine moderne, normgerechte Beleuchtung werte ein Unternehmen unmittelbar sichtbar auf, was sowohl im Kampf um Fachkräfte als auch, etwa bei Pflegeheimen, im Wettbewerb um neue Bewohnerinnen und Bewohner ein relevantes Signal sein könne. Gerade bei Betriebsbesichtigungen im Rahmen von Bewerbungsgesprächen oder Kundenbesuchen wirke eine helle, gleichmässig ausgeleuchtete Halle nach seiner Beobachtung unmittelbar auf den ersten Eindruck, noch bevor über Produkte oder Leistungen gesprochen werde.

Aus seiner Sicht lohnt sich deshalb eine getrennte Betrachtung zweier Wirkungsebenen: die harte, in Kilowattstunden und Euro messbare Einsparung durch Sensorik, sowie die weichere, aber unternehmerisch ebenso relevante Wirkung auf Aussenwahrnehmung und Mitarbeiterbindung. Beide Effekte greifen nach seiner Erfahrung ineinander, da eine als angenehm empfundene Arbeitsumgebung sich auch auf Krankenstände und Fluktuation auswirken kann, auch wenn sich dieser Zusammenhang schwerer in einer einzelnen Kennzahl abbilden lässt als die reine Energieeinsparung.

Montage im laufenden Betrieb: Organisatorische Herausforderungen

Ein häufig unterschätzter Teil eines Modernisierungsprojekts ist die organisatorische Abstimmung der Montage. Da viele Kunden aus Kostengründen keinen vollständigen Produktionsstillstand in Kauf nehmen wollen, finden die eigentlichen Arbeiten nach Damies‘ Erfahrung häufig ausserhalb der regulären Betriebszeiten statt, etwa nachts oder am Wochenende. Das erfordert nicht nur eine entsprechend flexible Personalplanung auf Seiten des Dienstleisters, sondern auch eine enge Abstimmung mit dem Kunden über Zugänge, Sicherheitsvorschriften und mögliche Einschränkungen während der Umbauphase.

Bei laufendem Betrieb kommt hinzu, dass Teilbereiche einer Anlage nacheinander umgerüstet werden müssen, um die Beleuchtung in den übrigen Bereichen durchgehend aufrechtzuerhalten. Diese gestaffelte Vorgehensweise verlängert die Projektlaufzeit gegenüber einer Komplettumrüstung im Stillstand, reduziert im Gegenzug aber das betriebliche Risiko erheblich, da es zu keinem Zeitpunkt zu einem vollständigen Ausfall der Beleuchtung kommt.

Referenzen und Praxiserfahrung

Nach eigenen Angaben hat Saxonia Solutions bislang unter anderem Projekte für Mediamärkte in Deutschland und der Schweiz, das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig sowie für Unternehmen wie Takko, Agrarfrost, Commerzbank, Siemens, die Deutsche Bahn, Thyssen Krupp und Diamant Fahrradwerke sowie für Pflegeheime der Trägerorganisationen ASB, DRK, Emvia und Korian umgesetzt. Diese Bandbreite an Kunden zeigt, dass sich die beschriebenen Effekte, kurze Amortisationszeiten bei mehrschichtigem Betrieb, Fördermöglichkeiten und sicherheitsrelevante Nachrüstung, branchenübergreifend wiederfinden lassen, vom Einzelhandel über die Industrie bis zur Pflege. Nach Angaben von Saxonia Solutions wurden im Zuge dieser Projekte insgesamt mehrere zehntausend Tonnen CO2 pro Jahr eingespart, ein Effekt, der neben der reinen Kostenrechnung zunehmend auch in Nachhaltigkeitsberichten und ESG-Kennzahlen der beteiligten Unternehmen Berücksichtigung findet.

Praktische Impulse für Entscheider

  1. Beleuchtung nicht als reine Kostenposition, sondern als messbaren Effizienzhebel bewerten und die tatsächliche Amortisationszeit im eigenen Betrieb berechnen lassen.
  2. Bei mehrschichtigem Betrieb die Priorität deutlich erhöhen, da hier die kürzesten Amortisationszeiten erzielt werden.
  3. Notbeleuchtung und Rettungswegkennzeichnung unabhängig von einer LED-Umrüstung regelmässig auf Konformität mit DIN- und ASR-Vorgaben prüfen lassen.
  4. Verfügbare Förderprogramme, etwa über die BAFA oder länderspezifische Programme, vor der eigenen Kalkulation systematisch prüfen.
  5. Vorliegende Angebote zeitnah bearbeiten, statt sie unbearbeitet liegen zu lassen, da jeder Monat Verzögerung bei kurzer Amortisationszeit realen Gewinn kostet.

FAQ

Wie schnell amortisiert sich eine LED-Umrüstung typischerweise?
Je nach Betriebsform liegen die Amortisationszeiten zwischen rund 8,5 Monaten bei durchgängigem Mehrschichtbetrieb und bis zu 3 Jahren bei Betrieben mit geringeren Brennstunden wie Pflegeheimen.

Welche Förderungen gibt es für eine LED-Umrüstung?
Bundesweite Programme wie die BAFA-Förderung decken häufig 15 bis 20 Prozent der Investitionskosten ab. Einzelne regionale Programme, etwa aktuell in Sachsen-Anhalt für bestimmte öffentliche Gebäude, sehen deutlich höhere Fördersätze vor.

Warum ist Notbeleuchtung für die Geschäftsführung ein Haftungsthema?
Wenn Rettungswegleuchten oder Notbeleuchtung im Ernstfall nicht funktionieren und dadurch Personen zu Schaden kommen, kann die persönliche Haftung der Geschäftsführung greifen, weshalb regelmässige Prüfung und Dokumentation wichtig sind.

Wie lange dauert ein typisches Modernisierungsprojekt?
Eine pauschale Dauer lässt sich laut Damies nicht nennen, da sie von Planungsumfang, Lieferzeiten und Projektkomplexität abhängt. Die Montage selbst erfolgt häufig im laufenden Betrieb, um Produktionsausfälle zu vermeiden.

Welches zusätzliche Einsparpotenzial bietet intelligente Steuerung?
Tageslichtabhängige Steuerungen und Präsenzmelder können den ohnehin niedrigeren LED-Energieverbrauch nach Angaben von Damies um weitere 30 bis 50 Prozent senken.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschliesslich die redaktionellen Ansichten der Redaktion von effizienzpraxis.de sowie die persönliche Einschätzung des Interviewpartners wieder. Er stellt keine Rechtsberatung und keine Förderberatung dar und ersetzt nicht die Prüfung durch eine fachkundige Stelle im Einzelfall. Angaben zu Fördersätzen und -konditionen können sich ändern; massgeblich sind stets die jeweils aktuellen Förderrichtlinien.

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